Wie in den letzten Jahren unterstützen wir auch in diesem Jahr wieder BISS.
Das Projekt
1991 fand in der Evangelischen Akademie Tutzing eine Tagung zum Thema “Obdachlosigkeit – ein Skandal und seine Ursachen” statt. Obdachlose Menschen, Sozialarbeiter, Journalisten und Kirchenleute kamen auf die Idee, gemeinsam eine Zeitschrift herauszugeben. Der Name des Projekts: BISS, Bürger in sozialen Schwierigkeiten. Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe. Die Ideen der Tagung wurden schneller umgesetzt als erwartet. Im Oktober 1993 kam die erste BISS-Ausgabe heraus. Das Medieninteresse war sehr groß, denn BISS war bundesweit das erste Straßenmagazin.
BISS - Bürger in sozialen Schwierigkeiten e.V. Metzstr. 29 * 81667 München Tel: 089/33 20 33 * Fax: 089/33 20 34 E-Mail: info@biss-magazin.de Amtsgericht München Vr Nr. 15045
Plakate aus der aktuellen BISS-Kampagne, gesponsert von Scholz & Friends Berlin. Foto: Niko Schmid-Burgk
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BISS – Eine Münchner Erfolgsgeschichte
Die älteste deutsche Straßenzeitung gibt Obdachlosen eine neue Perspektive
BISS (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) ist nicht nur die älteste deutsche Straßenzeitung, sondern mit einer monatlich verkauften Auflage von 35.000 Exemplaren auch eine der erfolgreichsten. Seit 1993 leistet BISS Hilfe zur Selbsthilfe, denn das Blatt wird auf der Straße hauptsächlich von Menschen verkauft, die obdachlos sind oder es waren. Vom Verkaufspreis, 1,80 Euro, behält der Verkäufer 90 Cent. Zirka 100 Verkäufer bringen die Zeitschrift an die Leserinnen und Leser.
Ein wichtiges Ziel von BISS ist es, für die Verkäufer, die außerhalb des Projekts keine Arbeit finden, unbefristete sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit sind 32 BISS-Verkäufer fest angestellt. Denn nur so können sie aus dem Teufelskreis der Arbeits- und Wohnungslosigkeit ausbrechen, sich gesundheitlich und finanziell sanieren und wieder gesellschaftlich integriert werden.
Über den Verkauf der Zeitschrift erhält der Verkäufer die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich so ein tragfähiges soziales Umfeld zu schaffen. Die mit professionellem Anspruch gemachte Zeitschrift stellt existenzielle Themen in den Mittelpunkt und gibt den Betroffenen Raum für eigene Artikel. So entsteht ein Produkt, mit dem sich die Verkäufer identifizieren können und das den Lesern neue Blickwinkel aufzeigt. Die seriöse Zeitschrift, die die Glaubwürdigkeit des Projekts widerspiegelt, versteht sich als Lobby für Bürger in sozialen Schwierigkeiten. Sie weckt das öffentliche Interesse an Themen wie Armut und Obdachlosigkeit und bietet den Lesern auch konkrete Möglichkeiten zu einem finanziellen Engagement.
Es ist beispielsweise gelungen, durch das BISS-Patenschaftsmodell den Teil des Gehaltes, den angestellte BISS-Verkäufer nicht selbst erwirtschaften können, durch Patenschaften zu ergänzen. BISS hat einen starken Rückhalt in allen Bereichen der Gesellschaft, denn jeder weiß: Was für Menschen in sozialen Schwierigkeiten gespendet wird, wird auch für sie ausgegeben, beispielsweise für Zuzahlung zur Zahnsanierung, zur Wohnungseinrichtung oder zur Entschuldung. BISS verwendet keine Spendengelder für die Herstellung der Zeitschrift und den laufenden Betrieb. Diese Kosten werden durch den Zeitungs- und Anzeigenverkauf selbst erwirtschaftet. Einnahmen und Ausgaben werden regelmäßig in der BISS veröffentlicht. Das schafft motivierte Verkäufer und verlässliche Freunde und Gönner – beides wichtige Voraussetzungen für eine kontinuierliche, erfolgreiche Arbeit.
Daten und Fakten Stand Januar 2008
Name der Zeitschrift: BISS – Bürger in sozialen Schwierigkeiten
Auflage: 35.000 Exemplare
Erscheinungsweise: monatlich, Doppelnummer Juli/August
Erstausgabe: Oktober 1993
Verkäufer: zirka 100
Mitarbeiter: 38 Festangestellte (davon 32 Verkäufer), zirka 15 Freie (Journalisten, Fotografen)
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